Positive Inspirationen zwischen Judentum und Christentum
Jeweils montags, 19 Uhr im Centrum St. Mangen, am 22.2. in der Kirche St. Mangen
1.2.2027, 18–18.30 Uhr: Vor dem Vortrag: Hauptversammlung des Evangelisch-reformierten Forums St. Gallen
1.2.2027: Zu den biblischen und jüdischen Inspirationen bei Jesus
Referentin: Meret Gutmann, Basel, Judaistikstudium in Luzern und Jerusalem, Dissertation: «Zion als Frau», das Frauenbild Zions in der hebr. Poesie von al -Andalus. Aktiv in «juedisch-christliche-akademie.ch»
Gewisse Gerechtigkeitvorstellungen der hebräischen Bibel mit ihrer Einteilung der Menschen in «Sünder und Gerechte», der Problematik von «Strafe und Belohnung» und der sogenannten Theodizee sind bereits bei den Propheten thematisiert worden. Demnach soll der Mensch in der Nachahmung Gottes handeln, speziell gegenüber den sozial Schwächeren. Ab dem 2. Jh. nach Chr. kam im jüdischen Volk eine neue Sensibilität gegenüber dem Mitmenschen auf: Das Doppelgebot der Liebe zu Gott und dem Mitmenschen soll eine friedliche Koexistenz ermöglichen auf der Basis, den Mitmenschen nicht zu verurteilen und ihm das, was auch einem selbst verhasst ist, nicht anzutun: Beides finden wir bei Ben Sirach (180 vor Chr.), im Jubiläenbuch (ca.100 vor Chr.), bei Hillel (gest. ca. 10 nach Chr.) und bei Jesus.
8.2.2027: Meine Inspirationen aus Bubers «Erzählungen der Chassidim»
Referent: Andreas Schwendener, Pfarrer in Pension, ehemals Redaktor des Kirchenboten, Präsident des Forums
Die von Martin Buber gesammelten «Erzählungen der Chassidim» geben Einblick in das Leben der chassidischen Meister und Gemeinden in Osteuropa im 18. und 19. Jahrhundert – eine durch die Schoah fast völlig zerstörte mystische Bewegung. Kabbalistische und messianische Erfahrungen, eigentlich nur für Erwählte erreichbar, zeigten sich hier wirksam in der Gemeindebildung – und zeigen sich auch für aktuelle Spiritualität und Kirchenbildung fruchtbar.
15.2.2027: Sternstunden des jüdisch-christlichen Dialogs
Referent: Prof. Dr. Christian M. Rutishauser SJ, Professor für Judaistik und Theologie in Luzern
Die Freundschaft von Moses Mendelssohn und Gottfried Epharim Lessing steht am Anfang einer bewegten, tragischen und auch geglückten Dialoggeschichte von Juden und Christen im deutschen Kulturraum. Die jüdischen Autoren Franz Rosenzweig und Martin Buber streckten die Hände zum Handschlag aus, der aber von Seiten der Christen erst posthum bzw. spät erwidert wurde. Nach der Schoa hat sich schliesslich ein Dialog mit Höhepunkten entwickelt: Seelisberg, Nostra aetate, Päpste in Synagogen und in Jerusalem… Heute stehen wir an einer Wegscheide, die angesichts des gesellschaftlichen Wandels und des neuen Antisemitismus Menschen braucht, die für Sternstunden offen sind.
22.2.2027: Die gemeinsame Heilsgeschichte hörbar in Text und Musik
Texte ausgewählt und vorgetragen von Thomas Lanter, Mitglied der christl.-jüd. Arbeitsgemeinschaft, St. Gallen
Musik: Anne Battegay und Beate Sauter, Violine; Lisl-Ann Märschel, Viola; François Robin, Violoncello
Der Anlass in der Kirche St. Mangen, der in Zusammenarbeit mit der christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaft St. Gallen stattfindet, soll mit textlichen Äusserungen, Gedanken sowie musikalischen Beiträgen aus dem jüdischen und christlichen Kulturkreis aufzeigen und betonen, dass Judentum und Christentum ihren gemeinsamen Anteil an der göttlichen Heilsgeschichte besitzen.
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Die Veranstaltungen werden unterstützt durch den Erwachsenenbildungsfonds
der Evangelisch-reformierten Kirchen der Kantone SG/AR/AI, www.lebengestalten.ch
Veranstalterin: Evangelisch-reformiertes Forum St.Gallen
Leitung: Pfarrer Andreas Schwendener, Rehweidstr. 2, 9010 St.Gallen,
Tel. 071 244 34 64, andreas.schwendener@bluewin.ch